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Einwohnergemeinde Golaten

Geschichte

Vom Mooskrieg, einem Wunderheiler, dem Flössen und einer Güterzusammenlegung...

Die frühesten Zeugen einer Besiedelung unseres Gemeindegebietes sind Fundgegenstände römischer Herkunft aus der Zeit des ersten und zweiten Jahrhunderts (Henkelkrüge, Ziegel und Münzen).

Als Teil der Herrschaft Oltigen fiel Golaten 1410/12 an Bern und war bis ins 18te Jahrhundert der Landvogtei Laupen unterstellt.

Das Dorf hatte mit den benachbarten Gemeinden Gurbrü und Wileroltigen Weide- und Heurechte im Grossen Moos. "äs isch vieu Holzgstüd oder Gstrüpp gsie, u de wieder än Egge, wo chlei Weid isch, entweder für d' Chüe oder d'Schaf z weide" (M.T.G./1988). An der von Fräschels und Kerzers benützten Weide waren die Gurbrüner, die Wileroltiger und die Golatner so lange interessiert, bis ihnen der Stand Bern im Jahr 1793 schliesslich 160 Jucharten Weideland verteilte. Das wiederum gefiel Fräschels und Kerzers gar nicht und die gegenseitigen Landansprüche wurden mit Gabeln, Schaufeln und Hacken verteidigt. Die Berner mussten am Schluss gegen die Freiburger klein beigeben. "Die Schleglete isch z Bärn obe aus Mooschrieg bim Gricht buechet". Das Gericht in Bern schützte die Rechte der Bevölkerungen Gurbrü, Wileroltigen und Golaten. Jahre später wurde das Land den Dörfern zugeteilt. "äs isch du niemer grad begeischteret gsie, u z letscht, wo aus grütet u zwäggmacht isch gsie, het das no vieli Jucherte dr zue gä". Vom Sumpfgebiet, welches erst im Jahre 1878 im Zuge der Jura-Gewässerkorektur trocken gelegt wurde, gingen viele Krankheiten aus (Masern, spitze Platern, Scharlach, Röteln).

Johannes Johner, im Volksmund "Oltigemätteler Wasserdoktor" geheissen, war ein erfolgreicher Wunderheiler. Er lebte zwischen 1839 und 1900 als Landwirt zeitlebens in der Oltigenmatt, in der Nähe des heutigen Weilers Wittenberg bei Golaten. Um seine Person ranken sich viele Geschichten und Mären. Als Wasserdoktor stellte er seine Diagnosen aufgrund von Urinproben der Patienten. Sein guter Ruf und die Mundpropoganda führten dazu, dass Leute von weither in die Oltigenmatt pilgerten. Johannes Johner besass ganz offenbar auch übernatürliche Kräfte für das Pendeln (Radiästhesie / Lehre der Strahlenwirkung auf den Organismus), sah von ferne verlorene und gestohlene Dinge, wusste bei Bränden, wer der Brandstifter war und erkannte, was kranken Tieren fehlte. Auch lebenspraktische Hinweise lassen sich in Tagebüchern, Rezepten und Ratschlägen des Wasserdoktors finden. So z.B. über das Flöhe fangen. "Wenn du alle die Flöhe so in einem Hause sind, auf einen Haufen willst zusammenbringen, so nimm einen Stecken, schmiere diesen mit Fuchs- oder Igelschmalz an, stelle ihn hin, wo du willst, so setzen sie sich alle daran".

Seit Jahrhunderten diente den Menschen das Wasser als Transportmittel. Die Flösserei war vom Mittelalter bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die wichtigste und billigste Transportart für Stammholz. So verdiente sich in vergangenen Zeiten wohl auch mancher Golatner sein Brot mit der Flösserei. Meistens war den Flössern ein bestimmter Abschnitt zugeteilt. In Holland boomte die Nachfrage nach Holz. Riesige Mengen von Tannen-, Kiefern und Eichenstämmen wurden aus dem Einzugsgebiet der Aare nach Holland geflösst. Leder, Stoffe, Getreide und sonstige Waren fanden ihre Käufer flussaufwärts und flussabwärts. Die Wasser waren nicht ungefährlich. Besonders bei der Einmündung der Saane in die Aare. Hier dürften einige Transporte im kühlen Nass geendet haben.

Während der Kriegsjahre 1942 bis 1946 hat die Gemeinde Golaten mit Untersütztung des Bundes und der Kantone Bern und Freiburg eine Bodenverbesserung durchgeführt und die versumpften Gebiete entwässert. Gleichzeitig wurden rund 510 Parzellen zu 200 Grundstücken zusammengefasst, Wald gerodet und Bewirtschaftungswege angelegt. An den Gesamtkosten von Fr. 628'000.-- musste sich die Gemeinde Golaten mit einem Beitrag von Fr. 18'000.-- beteiligen. Hinzu kammen Eigenleistungen der betroffenen Grundeigentümer welche grösstenteils als Arbeitsleistung erbracht wurden.

 

Quellen:

Zusammengetragene Unterlagen aus verschiedenen Quellen zur 700 Jahr Feier der Eidgenossenschaft (Gemeindeverwaltung Golaten)

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Zuletzt aktualisiert am: 10.05.2009
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